Forschungsthema

Wie öffentliche Themen aus Politik und Wissenschaft wahrgenommen und bewertet werden ist eng verknüpft mit persönlicher Betroffenheit und emotionaler Beurteilung durch die Rezipierenden. Ausgelöste Emotionen können sich in öffentlichen Diskursen entladen und dabei auf einen objektiven Aushandlungsprozess auswirken. Im Social Web werden Rezipierende zu Produzierenden und äußern teils ungehemmt Meinungen, verbreiten Unwahrheiten und agieren beleidigend. Im Rahmen ihrer Dissertation beschäftige ich mich mit Emotionen und Emotionalisierungsprozessen in Anschluss- und Netzkommunikation.

Ziel der Dissertation ist es, systematisch erklärbar zu machen, wie Emotionen in und durch Online-Kommentare und Diskussionen entstehen. Dafür soll ein theoretisches Modell entwickelt werden, anhand dessen Prozesse der Emotionsentstehung in Online-Kommentarspalten beschrieben werden. Das Modell soll psychologische und soziologische Prozesse in Online-Umgebungen zusammendenken. Die Annahme ist, dass die Entstehung von Emotionen durch bekannte sozialwissenschaftliche Theorien und Konzepte begründbar ist und nicht als neues, unerklärliches Phänomen verstanden werden muss.

Im Zentrum der Arbeit stehen eine umfangreiche interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Theorien und Forschung zu sozialen Verhaltensweisen und Emotionen sowie die Theoretisierung von Online-Kommentarspalten als (emotionale) Kommunikationsform. Das Vorhaben wird mit der Notwendigkeit für Theorieentwicklung unterschiedlicher Autoren aus der Fachdisziplin begründet.