About my first week at ASCoR (and since we are here, about the difficulty of excluding other influencing factors than emotional tone from my stimulus material)

[english version below]

So wenig wie sich in den vergangenen Monaten auf meinem Blog verändert hat, so viel hat sich in meinem beruflichen Umfeld getan. Ich habe meinen Job an der TU Braunschweig beendet und bin nach Amsterdam gezogen. Ein großer Schritt, sowohl in Bezug auf meine Arbeitssituation als auch auf meine Forschung. Die Bedingungen für mich als Stipendiatin sind für meine Dissertation um einiges günstiger als wie zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin: Ich arbeite frei an meiner Forschung und habe Raum, meine kognitiven Fähigkeiten dafür einsetzen, nicht abgelenkt durch administrative Aufgaben, Lehre oder Abteilungsorganisation. Das ist jedoch nicht nur ein Stipendiaten-Mitarbeiter-Unterschied, sondern es scheint so, dass der Schwerpunkt der Promotion in den Niederlanden (oder genauer gesagt, hier am ASCoR) im Allgemeinen viel stärker auf den Promotionsprojekten liegt. Lehre ist zum Großteil die Aufgabe der Lehrbeauftragten und promovierten Wissenschaftler*innen. Für Doktorand*innen liegt der Anteil der Lehre zwischen 5 und 20 Prozent der gesamten Zeit der Promotion. Das bedeutet, nicht jede Woche und auch nicht jedes Semester. Fast jeder Doktorand ist mit einer Vollzeitstelle beschäftigt. Faire Bedingungen, die die Menschen auch weniger (oder nie?) über finanzielle oder nichtforschungsbezogene-Aufgaben-Zeit-Probleme sprechen lassen. Man spricht über Forschung, genießt sie. Macht gute Forschung. Aber um fair zu sein: Dies sind nur erste Eindrücke.

Wissenschaftlich arbeite ich an einem Konzept zur Messung der Wirkung von emotionalen Kommentaren durch Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung mittels Eyetracking und physiologischen Messmethoden. Ich arbeite sehr genau an einer klaren Bedeutung des emotionalen Tons in Kommentaren für meine empirische Studie (hier einige frühere Gedanken dazu). Für gute Ergebnisse – also um wirklich zu sehen, ob Emotionen DIE Eigenschaft von Benutzerkommentaren sind, die Einfluss auf die Leser haben können – bemühe ich mich, andere beeinflussende Faktoren so stabil wie möglich zu halten. (Mit anderen Einflussfaktoren meine ich diejenigen, die nachweislich die Wahrnehmung von Artikeln und Akteuren, die Meinungsbildung, die Qualitätswahrnehmung von Nachrichten usw. beeinflussen, wie Argumentationsqualität, -stärke und -ausrichtung (pro/contra).

Das alles denke ich in diesem Augenblick in einem Büro mit Blick auf die Amsterdamer Kanäle. Und am Morgen, wenn ich aufwache, höre ich Möwen. Das steht vielleicht nicht direkt mit Forschung oder beruflichen Bedingungen im Zusammenhang, aber das Krähen der Möwen bedingt Zufriedenheit bedingt Arbeitsqualität – so könnte man doch argumentieren.

As little as it has been changing on the blog, as much has been changing in my professional environment. I finished my job at the TU Braunschweig and moved to Amsterdam. A big step, both in my job situation and with regard to my research. The conditions for me as a scholarship holder are much more favorable for my dissertation than being a scientific employee: I can work freely on my research and spend my cognitive capacity on it not being distracted by administrational stuff, teaching, or organization. However, being PhD in the Netherlands (or let’s be more precise, here, at the ASCoR) generally emphasis much more on doctoral research project(s). Teaching is mostly the task of lecturers and postdocs. The proportion of teaching is not more than between 5 and 20 percent of the whole time of being PhD candidate. This means, not every week, not every semester. Almost every PhD is employed with a fulltime position. Fair conditions, which also makes people talk less (or never?) about financial or time-task problems. People talk about research, enjoy it, do good research. But to be fair: These are only first impressions.

Scientifically I am working on a concept to measure the effect of emotional comments through attention and information processing using eye tracking and physiological measurements. I am very precisely working on a clear meaning of emotional tone in comments for my empirical study (here, some previous thoughts about it). For good results – so to really see, if emotions are THE characteristic of user comments which may have influence on readers –  I try hard to keep other influencing side factors as stable as possible. (With other influencing factors I mean those, which have been proven to be influencing on perception of articles and actors, on opinion-building, quality perception of news, etc., such as argument quality, strength and valence (pro/contra)).

All this I am thinking at this moment in an office overlooking the Amsterdam canals. And in the morning, when I wake up, I hear seagulls. This may not be directly related to research or professional conditions, but the crows of the seagulls require satisfaction and quality of work – one could argue that way.

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