Appraisaldetektoren

Appraisaldetektoren ist ein Begriff aus dem Feld der emotionalen Bewertungstheorien, die auf der Annahme basieren, “dass diskrete Emotionen aktualgenetisch auf der Basis von situationsspezifischen Bewertungen entstehen” (Wirth & Schramm, S. 155).

Die Aufgabe von Appraisaldetektoren ist es, “appraisalrelevante Informationen aus einer Vielzahl von Quellen zu sammeln und zu verarbeiten, darunter externe Stimulus bzw. Situationsmerkmale, aber auch innere Zustände (z.B. Schmerzempfinden oder eben erlebte Gefühle)” (Wirth & Schramm, 2007, S. 156-157). Die Verarbeitung ist assoziativ und deshalb schnell, automatisch und erinnerungsbasiert (Scheve, 2009). Appraisaldetektoren sind sehr vielfältig, sodass auch Gerüche, Geschmacksempfindungen, Bilder, Töne, Erinnerungen oder abstrakte Gedanken sogenannte Cues sein können. “Die erlebte Situation stellt im Rahmen der Appraisaltheorien die Basis für die Aktualgenese von Emotionen dar. Nach den Appraisaltheorien ist dabei nicht die objektive Situation, sondern deren subjektive (kognitive) Interpretation ausschlaggebend” (Wirth & Schramm, 2007, S. 157).

Scheve, C. von. (2009). Emotionen und soziale Strukturen. Die affektiven Grundlagen sozialer Ordnung (Sozialwissenschaften 2009). Frankfurt: Campus-Verl.

Wirth, W. & Schramm, H. (2007). Emotionen, Metaemotionen und Regulationsstrategien bei der Medienrezeption. Ein integratives Modell. In W. Wirth (Hrsg.), Dynamisch-transaktional denken. Theorie und Empirie der Kommunikationswissenschaft ; für Werner Früh (S. 153-184). Köln: Halem.

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