Neue Theorien (in) der KW: Vorbereitungen auf die Jahrestagung

Wie bereits im Gastbeitrag von Laura Wolff angekündigt werden wir in der kommenden Woche bei der Pre-Conference zu „Neue Theorien (in) der Kommunikationswissenschaft“ der DGPuK Jahrestagung 2018 in Mannheim einen Vortrag zu unseren Ideen der Theorievermittlung in der Lehre und der Theorieentwicklung unterstützt durch Lehre halten. Mich hat gerade außerdem eine Mail der Veranstalter erreicht: Das Interesse an der Pre-Con ist so groß ist, dass ein größerer Raum gefunden werden musste als ursprünglich reserviert. Die Konferenz wird nun im „Bahnhofsturm“ der Universität Mannheim stattfinden. Mutmaßlich aus Elfenbein. Alles andere würde mich überraschen. Außerdem gab es in Vorbereitung auf die Tagung in der gleichen Mail einen Link zu einem Book of Abstracts: die Sammung der Abstracts der angenommenen Einreichungen in PDF. Es war wirklich interessant sich durch die Literaturverweise der Einreichungen zu scrollen. Viele Grundlagenwerke und nur wenige aktuelle Auseinandersetzungen zu Theorien in der Kommunikationswissenschaft vermitteln bereits ein Bild davon, wie wichtig dieses Treffen ist.

Die Themenschwerpunkte der Pre-Conference liegen unter anderem darin, den Theoriebestand einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Kommunikationswissenschaft zu prüfen und „stärkere Chancen für eine Weiterentwicklung des Fachs zu eröffnen“ (hier ist auch nochmal der gesamte Call zum Nachlesen). Unser Beitrag „Neue Theorien(aus)bildung in der Kommunikationswissenschaft. Studentische Debatten als forschungsorientiertes Lehr-Lern-Konzept“ legt einen Schwerpunkt auf die Lehre, womit wir einerseits vielleicht etwas aus der Reihe tanzen könnten; andererseits aber genau gegenteilig auf Potenziale in der Theorieentwicklung verweisen, welche mit Forschung im Fokus manchmal übersehen werden: die Studierenden.

Der Kontakt mit Studierenden ist selbstverständlich. Und dennoch, behaupte ich zumindest, unterschätzen wir das Potenzial, welches ein Austausch haben kann. Studierende haben (1) eine unvoreingenommene Herangehensweise in Ideenentwicklung und sie (2) erfahren neue Medien (teilweise) anders als wir; lernen sie anders kennen. Studierende können uns diskursiv erklären, welchen Stellenwert neue Medien im Zeitgeist ihres Lebens haben. In einem meiner Seminare schrieb eine Studierendengruppe im Rahmen eines Forschungsprojektes diese Woche Folgendes:“Insbesondere YouTube ist hierbei für viele Heranwachsende eine besonders interessante Plattform, da der Beruf als sogenannter “YouTuber” zurzeit ein sehr attraktives und erstrebenswertes Lebensgefühl suggeriert. Der Beruf des YouTubers als attraktiv; das Lebensgefühl als erstrebenswert. Warum wird das so wahrgenommen? Welche Zukunftsperspektiven werden mit dem Beruf des YouTubers verbunden? Gibt es langfristige Erwartungen von der Karriere? Welche Annahmen lassen sich ableiten für Erwartungen an Zukunft und Beruf im Kontext medialer Bedingungen? Was bedeutet Mediennutzung für die Studierenden? Wie kann uns das bei der Theorieentwicklung weiterhelfen?

Setzen wir ihre Sichtweise in die uns vertrauten Kontexte lassen sich (möglicherweise) Veränderungen identifizieren. Mit unseren Ideen lehnen wir uns nicht zuletzt an die Empfehlungen der DGPuK AG zur Lehre in kommunikationswissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen an, welche bereits 2013 veröffentlicht wurden.

So idealistisch einfach wie kurz dargelegt ist der Zugang zu erkenntnisanregenden Informationen nicht. Sie benötigen Reflexion seitens der Studierenden dessen, wie und warum man handelt, Entscheidungen trifft, Medien nutzt. Das eigene Verhalten zu verstehen ist eine der schwierigsten Herausforderungen und sollte auch nicht das sein, was wir von den Studierenden unbedingt erwarten. Wir können diesem Ziel jedoch näher kommen, indem wir die richtigen Fragen stellen. Vielleicht können wir Wege bereiten, um Gedankenprozesse anzustoßen und um diese in theoretische Kontexte zu setzen und so von einem subjektiven Erfahrungsblickwinkel Abstand zu gewinnen und allgemeingültig(ere) Erkenntnisse zu erzielen.

Wie wir Prozesse in Gang bringen wollen, wie verschiedene Dimensionen von Wissen durch andere Formate eher gelehrt werden könnten und warum das auch für die Theorienentwicklung Potenzial haben kann, stellen wir bei der Pre-Con zur Jahrestagung vor. Und wir werden an dieser Stelle auch berichten, wie es lief. #cliffhanger